UNESCO-Weltkulturerbe
Opernhaus Bayreuth

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Ein Operahaus legte den Grundstein für das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth

Bereits Markgraf Georg Wilhelm, Schwiegervater von Wilhelmine zu Brandenburg-Bayreuth, errichtete 1714 ein Operahaus. Als sein Sohn die preußische Prinzessin Wilhelmine zur Frau bekam, vermählten sich der kleinere provinziale, aber dennoch vorhandene Kunstsinn der Markgrafen mit dem weltläufigen Ansprüchen einer Prinzessin, deren Erziehung darauf ausgerichtet war, die zukünftige Königin von England zu werden.

Warum Wilhelmine nicht Königin von England sondern Markgräfin zu Bayreuth wurde, lesen Sie hier. >

Diese Beziehung zweier kunstsinniger Geister, die insbesondere der Musik und Oper zugewandt waren, ist als das geistige Fundament zu betrachten, auf dem später ein heutiges UNESCO-Weltkulturerbe entstehen konnte. Wilhelmine, die als ehemals preußische Prinzessin jedoch repräsentative Ansprüche hatte als es das kleine Operahaus zu Bayreuth bieten konnte, wünschte sich ein Opernhaus, das den damals berühmten Spielstätten in Italien, Frankreich und England in nichts nachstand.

Das Markgräfliche Opernhaus – ein Denkmal damaliger Baukunst

Mit dem Bau des „neuen” Opernhauses in Bayreuth wurde 1744 begonnen. Dem Bau der Außenhülle und des Baukörpers zugrunde lagen die Entwürfe des französischen Architekten Joseph Saint-Pierre – der in Folge auch für viele andere, spätbarocke Gebäude in der Region verantwortlich zeichnete. Er wurde während der Bauphase in den Stand eines fürstlichen Hofbaumeisters gehoben.

1748 wurde das Markgräfliche Opernhaus anlässlich der Vermählung der Tochter der Markgrafen Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth feierlich eingeweiht.  

Während der ersten 4 Jahre der Errichtung wurden die Architekten und Erbauer mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. So ist alleine die Dachkonstruktion bereits ein Teil des Weltkulturerbes. Die Spannweite der stützenfreien Dachkonstruktion lag an der Grenze des damals Machbaren.  Zudem ließ das nicht rechteckige Grundstückeinen gerade durchlaufenden First nicht zu. Um die unterschiedlichen Breiten auszugleichen, baute man vier einzelne Dachstühle nach demselben Prinzip und verband sie dann miteinander.

Rohbauphase dauerte bis 1747. Als die Gebäudehülle vollständig trocken war, kamen die überaus bekannten und berühmten Gebrüder Giuseppe und Carlo Galli da Bibiena nach Bayreuth, um das Innere des Hauses im Stil des italienischen Spätbarocks asuzubauen und zu gestalten Bemerkenswert ist, dass das gesamte Logentheater – also die Innenausstattung des gesamten Bühnen- und Zuschauerraums – aus Holz gefertigt wurde. Trotzdem vermeint man, von teuerstem Marmor der Wandverkleidungen und Säulen umgeben zu sein. Diese unglaubliche Wirkung ist der Kunst der Brüder Bibiena zu verdanken.

Ein Glücksfall der Geschichte – das letzte Opernhaus seiner Art

Das Opernhaus Bayreuth war nach Fertigstellung in Größe und Prachtfülle nur vergleichbar mit Häusern in Wien, Dresden, Paris oder Venedig – allesamt Orte, die heute nicht mehr gibt.  Aufgrund der Dachkonstruktion, dem im Original noch erhaltenen Logenhauses, dem Reichtum der orginal-erhaltenen ornamentalen und ikonografischen Elementen und seiner heute noch authentisch erlebbaren akustischen Eigenschaften als Meisterwerk der barocken Theaterarchitektur als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt.

Idas Markgräfliche Opernhaus war zudem richtungsweisend für folgende Theaterbauten: Konzipiert als frei stehende Hofoper stand das Opernhaus im Gegensatz zu den damals üblichen, in den Palastkomplex integrierten Hoftheaterhäusern. Damit markiert das Opernhaus in Bayreuth einen Wendepunkt für den Entwurf von Opernhäusern und ebnete den Weg für die großen öffentlichen Theater des 19. Jahrhunderts, so wie sie heute noch vorzufinden sind.

Wenn Sie noch mehr über das Urteil der Deutschen UNESO-Kommission zum Markgräflichen Operhaus Bayreuth erfahren möchten, lesen Sie hier weiter. >

UNESCO Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus Bayreuth erleben

Das barocke Juwel im Herzen Bayreuths können Sie live erleben. Besonders imposant und dem Zweck entsprechend, indem Sie eine der Veranstaltung, die Sie auf dieser Programmübersicht finden, besuchen. Viele dieser Programmpunkte beschäftigen sich dabei mit der barocken Aufführungspraxis – sowohl authentisch im Original als auch modern zeitgenössisch interpretiert. So wird das Logenhaus für alle Sinne erlebbar und hinterlässt – das können wir versprechen – nachhaltigen Eindruck. Um das barocke Kleinod aber nicht überzustrapazieren, finden zwischen April und September nur um die 30 Aufführungen statt.

Ansonsten können das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth in der Zeit von April und September normalerweise täglich besichtigen. Bitte beachten Sie, dass es außerplanmäßige Schließzeiten geben kann. Deswegen sollten Sie sich für Ihrem geplanten Besuch über die tatsächlichen Öffnungszeiten informieren.

Informationen zu Öffnungszeiten und Führungen finden sie hier. >